Ruderanschläge

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Cloud nine
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Ruderanschläge

Beitragvon Cloud nine » 04.04.2007, 00:46

Hallo Dehler 31 / Duetta 94 Eigner,

ich möchte gern bei mir die Ruderanschläge abmontieren. Spricht irgendetwas dagegen?

Vielen Dank für Eure Erfahrungen.

Gruß

Cloud nine

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Odysseus
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Ruderanschlag

Beitragvon Odysseus » 05.04.2007, 20:10

Hallo,

spricht nichts dagegen. Man kann den Stahlwinkel an dem Feststellring absägen, oder den Ring durch einen ohne Stahlwinkel ersetzen.
Der Anschlag ist angebracht damit sich das Ruder - sollte es bei Rückwärtsfahrt aus der Hand schlagen - nicht mit dem Bootsrumpf verklemmt. Also ein bischen Vorsicht und gut festhalten bei Rückwärtsfahrt. Ansonsten hat das Entfernen des Anschlages nur Vorteile beim Manövrieren in engen Häfen.
Gruß
Odysseus

holo
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Re: Ruderanschläge

Beitragvon holo » 01.01.2010, 19:24

Kann man dann das Ruderblatt 360 Grad umdrehen?

Gruss Holger

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Ralf
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Re: Ruderanschläge

Beitragvon Ralf » 01.01.2010, 20:45

Hallo Holger,

nein, das dürfte nicht gehen, da das Ruderblatt von der Welle aus nach achtern überhängt. Drehst Du es 180 Grad nach vorne, wird es am Rumpf klemmen.

Gruß Ralf
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Bernhard
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Re: Ruderanschläge

Beitragvon Bernhard » 01.01.2010, 22:01

Halllo, also ich wäre da mal ganz vorsichtig. Die Ruderanschläge sind eine Sicherheitseinrichtung. Sollte das Boot mal rückwärts laufen, kannst Du die Pinne ohne die Anschläge nicht halten. Wenn dann das Ruder quer liegt bricht es ab. Es geht auch anders herum. Ich habe einen bärenstarken Mitsegler, der auf meinem früheren Boot mit angehängtem Ruder versucht hat einen Sonnenschuß bei ca. 7 Knoten Fahrt zu verhindern. Erst hat er das Ruder quer gestellt und dann war es ab. Bernhard

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Ralf
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Re: Ruderanschläge

Beitragvon Ralf » 02.01.2010, 10:47

Hallo Bernhard, da hast Du völlig Recht, ich habe die Anschläge auch dran. Mir ist die Pinne bei Rückwärtsfahrt mal aus der Hand geschlagen weil zuviel Druck auf dem Ruder lag, das hat mir eindrucksvoll gereicht.

Gruß Ralf
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Odysseus
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Re: Ruderanschläge

Beitragvon Odysseus » 03.01.2010, 16:23

Hallo,

na, die letzten 2 Statements sprechen nicht unbedingt für Euch. Gibt tausend andere Schiffe mit Pinne ohne Anschlag und ähnlichem Ruder. Rückwärts eben nicht mit voller Kraft und Pinne fetshalten. Ruder beim Sonnenschuß völlig quergestellt ?
Dann steht die Pinne am Heckkorb, kann ich mit nicht so recht vorstellen, aber naja. Du hast es ja erlebt. Schot losschmeißenm wäre auch eine Lösung.
Nichts für ungut, aber ich verteidige meinen abgesägten Anschlag

Gruß Odysseus

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Godewind
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Re: Ruderanschläge

Beitragvon Godewind » 03.01.2010, 17:41

Hallo Odysseus,

interessant wäre mal zu wissen, wie groß der Unterschied wirklich ist, wenn die Anschläge nicht mehr da sind. Das Schiff dreht eigentlich auch mit Anschlägen recht enge Radien, habe jedenfalls bisher in engen Häfen diesbezüglich keine Probleme gehabt. Man dreht allerdings nicht "auf dem Teller". Ist dies bei entfernten Anschlägen möglich?
Gruß

Godewind

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Odysseus
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Re: Ruderanschläge

Beitragvon Odysseus » 03.01.2010, 17:52

Hallo Godewind,
ja, es dreht auf dem Teller wie eine Jolle. Das war der Grund für das Absägen. Als wir das erste Mal mit der 31 segelten und in engen Häfen manövrierten waren wir entsetzt. Von unseren vorherigen Schiffen - von der Moth-Jolle bis zur 31er immerhin 5 - waren wir anderes gewohnt, sogar von den zig-Charteryachten auch mit Rad-Steuerung. Ich schätze die Begrenzung des Ruders durch den Anschlag ist 40- 45 Grad.

Gruß Odysseus

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Re: Ruderanschläge

Beitragvon Bernhard » 03.01.2010, 18:25

Hallo Odysseus, zu meiner, wie ich zugebe ungewöhnlichen Erfahrung, mit quergestellt meine ich über 45 Grad. Sobald dass Ruder überzogen ist und durch den Strömungsabriss in einen Stall geräht, steigt der Druckunterschied zwischen den Ruderblattseiten ganz ernorm an. Das kann zum Bruch der Ruderwelle führen, wenn die Geschwindigkeit des Bootes groß genug ist.
Die größte Gefahr für ein freistehendes Ruder beteht, wenn das Schiff im starken Seegang den Vortrieb verliert (Wende) und dann von eine Welle zurück gedrückt wird. So sollen beim legendären Fastnet Race 1979 eine Reihe von Schiffen ihre freistehenden Ruder verloren haben. Um uns davor zu schützen, hat Willi Dehler uns die Begrenzung für den Ruderausschlag gegeben.
Bernhard

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Re: Ruderanschläge

Beitragvon Jürgen » 03.01.2010, 18:36

Hallo zusammen,

sicher habt ihr alle ein wenig Recht. Die Anschläge dienen der Sicherheit; man kann aber auch rückwärts das Ruder besser festhalten und nicht "zwei mal AK" geben; Schoten fieren hilft auch usw. usw..
Mir war der Wendekreis auch zu groß, in engen Häfen/Boxengassen und/oder bei Seitenwind war es mit der Manövrierbarkeit ziemlich schlecht bestellt. Auf der anderen Seite wollte ich auch die Sicherheit (zumindest zum Teil) behalten.
Ich habe deshalb nur den hinten an den Alubalken angeschweißten Winkel abgetrennt (einen Teil noch stehen lassen, wenn der gewünschte Folge nicht eingetreten wäre).
Das Ruder schlägt jetzt nur wenig mehr aus, der Effekt war aber gewaltig - der Wendekreis hat sich erheblich (gefühlt: auf die Hälfte) verkleinert und beträgt jetzt nur noch etwa eineinhalb Schiffslängen.
Ich bin von der Lösung begeistert.

Ahoi,

Jürgen von der Trine
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Ruderkoker.jpg

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Odysseus
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Re: Ruderanschläge

Beitragvon Odysseus » 04.01.2010, 14:15

Hallo Odysseus, zu meiner, wie ich zugebe ungewöhnlichen Erfahrung, mit quergestellt meine ich über 45 Grad. Bernhard
Hallo,

klar, quergestellt sind auch bei mir 90 Grad. (Aber wer so steuert hat am Ruder nichts verloren.)

Gruß Odysseus

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Re: Ruderanschläge

Beitragvon Jolly Roger » 04.01.2010, 18:59

Hallo,

10Jahre ist es gut gegangen, ohne Anschlag, einmal im letzten Sommer beim Rückwärtsfahren nicht aufgepaßt und so sieht meine Heckklappe jetzt aus.
Trotzdem kommt der Anschlag nicht wieder dran, würde auch durch den Umbau des Lagers gar nicht passen.

Ich werde die Oberseite der Klappe mit Alu verkleiden, dann kann das als Anschlag dienen. Wenn's fertig ist, stelle ich es ins Forum.
Übrigens passiert das mit der Klappe nur, wenn man beim Rückwärtsfahren die Pinne anhebt, ansonsten schlägt die Pinne gegen den Heckkorb.
Dateianhänge
Klappe.JPG
Viele Grüße / Groetjes

Klaus (Dehler32)

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Re: Ruderanschläge

Beitragvon 32iger » 04.01.2010, 19:23

Noch ein Tipp:
Laß die Heckklappe doch einfach ganz weg, sie hat ohnehin keine Funktion. Ich habe auf meiner Dehler32 statt der Heckklappe eine graue Persenning über das offene Heck gespannt - und das auch nur, damit es im Hafen unter der Kuchenbude nicht durch das offene Heck zieht oder 'reinregnet.
Zum Baden ist es so viel einfacher, außerdem bekommt man an die Dinge, die man in der Mulde unter der Rudertraverse lagert (Fender, Putz ...) besser heraus.

Weiterer positiver Nebeneffekt, die Pinne kann jetzt senkrecht nach oben gestellt werden (im Hafen), die Heckklappe stört nicht mehr dabei, von der Gewichtsreduzierung :mrgreen: gar nicht zu reden.
Zu den Ruderanschlägen: die sind bei mir noch 'dran, ich habe nur die "Puffer" aus Kunststoff abgenommen, auch das bringt Einiges.

Gruß aus Fl
(Dehler 32)

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Odysseus
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Re: Ruderanschläge

Beitragvon Odysseus » 04.01.2010, 19:30

Hallo 32iger,

Dein Vorschlag ist gut, ich habe auch schon drangedacht die Klappe wegzunehmen. Kannst Du ein Bild von der Planenlösung einstellen?

Gruß
Odysseus

P.S. Entsschuldigung für meinen etwas rüden Ton, bin wohl überarbeitet


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